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Bibliotheksregal voller alter und neuer Bücher

Im Herbst 2016 saß ich in einem Café in Berlin und beobachtete eine Gruppe Frauen, die sich über ein Buch stritten. Nicht im negativen Sinne – sie diskutierten leidenschaftlich über Charaktermotivationen, über moralische Fragen, über die Bedeutung einer bestimmten Szene. Diese Energie, diese Lebendigkeit faszinierte mich.

Ich war damals Literaturwissenschaftlerin ohne klare Richtung. Die Universität fühlte sich zunehmend leblos an, eingesperrt in theoretischen Debatten, die niemanden außerhalb akademischer Kreise interessierten. Aber hier, in diesem Café, sah ich, was Literatur wirklich bewirken konnte.

Die erste Zusammenarbeit

Zwei Wochen später sprach ich die Frau an, die die Diskussion moderiert hatte. Sie erzählte mir von ihrem Buchclub, der seit vier Jahren bestand, und von der ständigen Herausforderung, das richtige Buch zu finden. Manche Auswahlen führten zu elektrischen Abenden, andere zu unbeholfenem Schweigen.

Ich bot an, bei der nächsten Auswahl zu helfen – ohne Bezahlung, aus reiner Neugierde. Wir sprachen über jedes Gruppenmitglied, über ihre Vorlieben, ihre Abneigungen, über die Dynamik, die sich im Laufe der Jahre entwickelt hatte. Dann empfahl ich ein Buch, das auf den ersten Blick nicht zu ihrem üblichen Schema passte.

Gemütliches Wohnzimmer eingerichtet für eine Buchclub-Versammlung

Der Abend wurde zu einem ihrer intensivsten Treffen. Die Diskussion dauerte bis nach Mitternacht. Eine Woche später erhielt ich eine Nachricht: Ob ich das für andere Gruppen auch machen könnte?

Von der Idee zum System

In den folgenden zwei Jahren arbeitete ich mit siebenunddreißig verschiedenen Buchclubs. Ich machte Notizen, erkannte Muster, entwickelte Kriterien. Manche Bücher funktionierten universell gut, andere nur in spezifischen Konstellationen. Ich begann zu verstehen, dass die Buchauswahl keine Kunst war, sondern eine Wissenschaft mit künstlerischen Elementen.

2018 gründete ich flux-forest offiziell. Der Name entstand aus einer zufälligen Bemerkung einer Teilnehmerin: „Jedes Buch ist wie ein Baum, und zusammen erschaffen sie einen Wald, durch den wir wandern." Diese Metapher beschreibt perfekt, was wir tun.

Unsere Philosophie

Wir glauben daran, dass Literatur Menschen verbindet, aber nur, wenn die Auswahl bewusst getroffen wird. Ein Buchclub ist kein Leistungswettbewerb und keine Pflichtveranstaltung – er ist ein Raum für echte Begegnungen.

Aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebenen Notizen daneben

Unsere Arbeit basiert auf drei Prinzipien: Wir hören zu, bevor wir empfehlen. Wir berücksichtigen die Gruppe als Ganzes, nicht nur individuelle Präferenzen. Und wir wählen Bücher, die Fragen stellen, statt Antworten zu liefern.

Heute

Mittlerweile haben wir mit über zweihundert Buchclubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengearbeitet. Jeder Club ist anders, jede Empfehlung wird individuell erstellt. Es gibt keine Schablonen, keine vorgefertigten Listen – nur maßgeschneiderte Beratung, die aus jahrelanger Erfahrung und echter Leidenschaft für Literatur entsteht.

Wenn Sie überlegen, mit uns zu arbeiten, wissen Sie jetzt, wer wir sind: Menschen, die an die transformative Kraft guter Bücher glauben und die Ihnen helfen möchten, diese Kraft in Ihrem Kreis zu entfachen.